MyHammer und CHECK24 Profis: was ein gewonnener Auftrag wirklich kostet
Stand: 12. Oktober 2026
Ob sich MyHammer oder CHECK24 Profis für Ihren Betrieb lohnt, lässt sich nicht mit fremden Erfahrungsberichten beantworten, sondern nur mit Ihren eigenen Zahlen. Beide Portale berechnen die Vermittlung eines Kundenkontakts, nicht den erteilten Auftrag. Entscheidend ist deshalb eine Kennzahl: was Sie ein tatsächlich gewonnener Auftrag kostet. Diese Zahl können Sie in wenigen Minuten aus Ihrem Portal-Konto ausrechnen.
Wie MyHammer abrechnet
Laut MyHammer-Hilfe ist die Registrierung als Handwerker kostenlos. Sie sehen Aufträge und entscheiden selbst, ob Sie einen Auftraggeber anschreiben. Reagiert der Kunde positiv, entsteht ein „Bestätigter Kontakt“, und erst dann erhalten Sie seine Kontaktdaten. Die Gebühr dafür wird vor der Kontaktaufnahme angezeigt und richtet sich nach Art und Umfang des Auftrags. Daneben gibt es Laufzeitverträge mit monatlicher Grundgebühr und rabattiertem Guthaben.
Die Hilfe beantwortet selbst die Frage, warum man zahlt, obwohl man den Auftrag nicht bekommen hat. Die Gebühr hängt am Kontakt. Ob der Kunde am Ende Sie oder einen anderen Betrieb beauftragt, ändert daran nichts.
Wie CHECK24 Profis abrechnet
CHECK24 Profis beantwortet die Frage „Welche Gebühren fallen bei der Nutzung an?“ auf seiner Seite für Unternehmen so: Es gibt keine Anmeldegebühr, und bei einzelnen Dienstleistungen fallen Gebühren für die Vermittlung von Kundenkontakten an. Eine öffentliche Preisliste steht dort nicht. Welche Gebühr für Ihr Gewerk gilt, sehen Sie erst im Konto.
Beide Portale folgen also demselben Grundprinzip: Sie bezahlen für den Zugang zum Kunden. Das ist kein Nachteil an sich. Es bedeutet nur, dass die Gebühr pro Kontakt allein wenig aussagt. Aussagekräftig wird sie erst, wenn Sie sie durch die Zahl der gewonnenen Aufträge teilen.
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Die Rechnung: Kosten pro gewonnenem Auftrag
Nehmen Sie die letzten drei Monate aus Ihrem Portal-Konto und notieren Sie drei Zahlen:
- Summe aller Gebühren (Kontakte plus gegebenenfalls Grundgebühr)
- Anzahl der bezahlten Kontakte
- Anzahl der daraus tatsächlich erteilten Aufträge
Dann rechnen Sie: Summe der Gebühren geteilt durch die Zahl der erteilten Aufträge. Das Ergebnis sind Ihre Portalkosten pro Auftrag.
Ein Rechenbeispiel mit ausgedachten Zahlen: 600 € Gebühren, 30 bezahlte Kontakte, 6 Aufträge. Pro Kontakt sind das 20 €, pro Auftrag aber 100 €. Die zweite Zahl vergleichen Sie mit Ihrem durchschnittlichen Rohertrag pro Auftrag, also dem, was nach Material und Lohn übrig bleibt. Liegt der Rohertrag deutlich darüber, rechnet sich das Portal für Sie. Liegt er nahe daran, arbeiten Sie im Wesentlichen für die Vermittlung.
Achten Sie dabei auf die Quote: Wie viele bezahlte Kontakte werden bei Ihnen zu einem Auftrag? Diese Zahl hängt stark davon ab, wie schnell Sie antworten, wie gut Ihr Profil ist und wie viele andere Betriebe sich auf denselben Auftrag melden. Wer seine Quote kennt, kann gezielt nur noch auf Aufträge reagieren, die gut zum eigenen Betrieb passen.
Wann die Portale gut passen
Ein Portal ist oft sinnvoll, wenn Sie kurzfristig Lücken im Kalender füllen wollen, gerade gegründet haben oder in ein neues Gebiet gehen. Der Einstieg ist schnell: Profil anlegen, Aufträge ansehen, reagieren. Sie brauchen keine eigene Website und keine Werbung.
Schwieriger wird es, wenn das Portal zur Hauptquelle Ihrer Aufträge wird. Dann hängen Ihre Kosten pro Auftrag an Regeln und Preisen, die Sie nicht selbst bestimmen, und die Kunden lernen das Portal kennen, nicht unbedingt Ihren Betrieb.
Was Betriebe daneben aufbauen
Wer planbarer arbeiten will, ergänzt die Portale um Wege, bei denen Anfragen direkt bei ihm ankommen:
- Google-Unternehmensprofil: kostenlos. Google nennt Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Faktoren für das lokale Ranking (Google-Hilfe). Relevanz und Bekanntheit können Sie mit vollständigen Angaben und Bewertungen beeinflussen.
- Eigene Website mit Seiten pro Leistung und Ort: Kunden suchen nach ihrem Problem plus Ort. Eine eigene Seite pro Leistung hat für genau diese Suche die besseren Chancen als eine Sammelseite.
- Bewertungen nach jedem Auftrag: kurz fragen, Link schicken, fertig.
- Exklusive lokale Seiten: Anbieter wie wir betreiben eine Seite pro Stadt und Gewerk, deren Anfragen nur an einen Betrieb gehen.
Vergleichen Sie jeden dieser Wege mit derselben Kennzahl wie das Portal: Kosten pro gewonnenem Auftrag. Dann entscheiden Zahlen, nicht Bauchgefühl.
Kurz zusammengefasst
- MyHammer und CHECK24 Profis berechnen die Vermittlung von Kundenkontakten, nicht den Auftrag.
- Die aussagekräftige Zahl ist: Gebühren geteilt durch gewonnene Aufträge.
- Portale eignen sich gut als Lückenfüller; als einzige Quelle machen sie abhängig.
- Eigene Wege wie Google-Profil, Leistungsseiten und Bewertungen sollten Sie mit derselben Rechnung vergleichen.
Mehr zum Vergleich der Wege lesen Sie im Ratgeber zur MyHammer-Alternative. Was ein MyHammer-Auftrag Sie kostet, rechnet der MyHammer-Kostenrechner aus; andere Portale im selben Vergleich: Aroundhome und Blauarbeit. Alle vier Portale nebeneinander: Handwerkerportale im Vergleich.
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Quellen
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